Super, aber mit einigen Bemerkungen
05 Mai 2006 - 19:06 Uhr
0 KommentareVon MeinTomTom-Redakteure
Es ist gerade in unsere Redaktion angekommen: Ein Päckchen von der Firma TomTom aus Amsterdam. Es ist nun an der Zeit, nachdem wir die Verpackung geöffnet hatten und das Gerät vor uns lag, für ein offizielles Review-Gerät von der neuen TomTom GO-Reihe: Der GO 910!Keine Beschränkungen
Klar, wir hatten in vorher schon kurz in unseren Händen. Leider war es nur kurz und handelte es sich um ein Pre-Produktion-Model. Jetzt gibt's keine Beschränkungen mehr. Das Gerät, das wir hier haben, wird in Kürze überall in den Geschäften liegen. Also Zeit für ein ausführliches Review...Verpackung
Nachdem wir die Verpackung geöffnet hatten, fanden wir eine große Menge von Büchern, Kabeln und andere Teile vor. Wie man auf den Bildern in diesem Beitrag sieht, eine ganz schöne Sammlung! Wenn wir uns die einzelnen Teile ansehen, dann finden wir auch ein externes Mikrofon, welches TomTom mitliefert; eine gute Idee. Das externe Mikrofon soll die Tonqualität hörbar verbessern.Ganz neu bei der 2006-Reihe ist die standardmäßige Docking-Station beim TomTom GO. Damit kann man den GO aufladen und man kann eine Verbindung über den USB-Anschluss mit dem Rechner herstellen, um z.B. Backups zu machen oder die Firmware upzudaten. An sich eine nette Erweiterung, aber es hat ein großen Nachteil: Die neuen GO's haben deshalb keinen eigenen Strom-Anschluss mehr. Und das bedeutet, daß man außerhalb des Fahrzeuges immer die Docking-Station braucht. Im Wagen kann man den GO laden über den 12/24 Volt-Stromanschluß im Fuß des mitgelieferten Zigarettenanzünder-Adapters.
Dann fangen wir mal an das neue Gerät aufzuladen. Dazu braucht man nur den GO auf die Docking-Station zu klicken. Die grüne LED-Lampe von der 910 leuchtet nun. Nun haben wir mal Zeit uns den neuen Befestigungsfuß und den Saugnapf etwas genauer anzusehen.




Neue Halterung
Wie wir euch in unserem Preview der neuen GO's schon ankündigten, hat TomTom gegenüber den vorherigen Modellen eine komplett neue Halterung entwickelt, womit der GO sich im Auto befestigen läßt. Die neue Halterung besteht aus zwei Teilen: den Saugnapf, zur Befestigung an der Frontscheibe, und dem Fuß, worauf man den GO einklickt. Diese werden verbunden durch ein Kugel-Scharnier, womit man den Fuß in allen Richtungen verdrehen kann.Der Befestigungsmechanismus besteht jetzt aus einer Drehscheibe am Saugnapf. Diese kann man in zwei Stände feststellen: den ersten Stand saugt den Saugnapf fest und im zweiten Stand wird das Kugel-Scharnier festgesetzt. Gleich werden wir es mal in der Praxis ausprobieren.
Am neuen Fuß befinden sich viele verschiedene Anschlussmöglichkeiten. An der einen Seite (Foto oben) sehen wir von links nach rechts den Anschluß für die externe Antenne, den 12 Volt-Anschluß und einen speziellen Anschluß für einen iPod. An der anderen Seite (Foto unten) befindet sich einen Audio-Ausgang und einen Eingang für das mitgelieferte externe Mikrofon.
Das erste mal
Knapp zwei Stunden später: Jetzt schalten wir den GO mal ein. Taste an der Oberseite gedrückt, ein Startschirm ist zu sehen und wir hören einen leichtes Klick aus den Lautsprecher. Dann noch die gewünschte Sprache wählen... und der GO ist fertig. Damit wir sicher sind, daß wir einen GPS-Fix bekommen, gehen wir mal nach draußen und innerhalb 40 Sekunden erscheinen schon die ersten blauen Balken in dem GPS-Statusschirm. Sehr schön!Wenn wir wieder ins Haus gehen, geht der Satellitenempfang zurück, jedoch der GPS-Fix bleibt. Das war uns mit dem GO 700 nicht gelungen. Damit zeigt der neue SiRF Star III-Chipsatz, daß er sehr aktuell ist.
Dann mal einige Daten der neue GO's. Der GO 910 wird am Moment ausgeliefert mit der Software Version 6.020 (6690/060420), OS 1144 und GPS-Version 1.21. Mitgeliefert auf der Festplatte sind die Karten von West- und Zentral-Europa (v650.1052), Nord-Amerika (v650.1052), Guam (v650.1050) und die Kanaren (v650.1045). Auffallendes Detail dabei ist: auf unserem GO 910 sind die Karten von Nord-Amerika schon selektiert und deshalb wird unsere Position in Europa nicht angezeigt. Mit einem Kartenwechsel auf die Europa-Karte wird dieses Problem einfach gelöst.Die eingebaute Festplatte hat mit allen diesen Karten noch 12,5 GB von den verfügbaren 20 GB frei. Dabei fällt besonders auf, daß der größte Teil für die TTS-Stimmen benutzt werden (später mehr darüber).
Jetzt werden wir mal unsere persönlichen Einstellungen vornehmen. Standardmäßig werden die meisten Menüeinträge nicht angezeigt. Wahrscheinlich damit man die Übersicht nicht gleich verliert. Mit dem Auswahl 'Zeige ALLE Menüeinträge' läßt sich das einfach ändern und es werden alle Menü-Funktionen verfügbar. Als Erstes ändern wir mal die Tastatur. werksmäßig hat diese die ABCD-Tastaturanordnung und wir wollen die QWERTY-Tastaturordnung. Gleich mal unsere Heimat-Adresse eingeben und die Geschwindigkeits-Anzeige im Statusbalken hinzugefügt. Jetzt wollen wir mal ausprobieren, wie schnell der 910 eine Strecke berechnet.
Bei unserem Review des GO 700 im Juni des letzten Jahres, haben wir vom Gerät einige längere Strecken berechnen lassen. Dasselbe werden wir mit dem 910er jetzt auch wieder machen. Wir fahren also wieder nach Italien. Der San Marco Platz in Rom. Also, Ziel eingegeben und nun werden wir den 910er mal rechnen lassen...
Es kostet dem GO jetzt 1 Minute und 28 Sekunden für die Berechnung unserer Reise von über 1.672 Kilometer nach Rom, und wir kommen dort nach 15:29 Stunden an. Der GO 700 berechnete dieselbe Strecke damals in nur 22 Sekunden. Wir versuchen noch mal eine Strecke. Das Zentrum von Athen. Der GO 700 brauchte dafür fast 17 Sekunden und der GO 910 berechnete die Strecke und den Anweisungen in... fast 47 Sekunden! Hier gibt es also keine Verbesserung.Da die beiden GO's dieselben 400 Mhz Prozessor haben, denken wir, daß die merkbar langsamere Berechnung dadurch verursacht wird, mit dem Umfang des verfügbaren internen Speicher-Kapazität. Wenn man die Text-to-Speech-Stimme benutzt, sind von den, normalerweise verfügbare 64 MB, nur noch 4,4 MB frei. Wir haben es deshalb noch einmal versucht mit einer normalen Stimme (dann sind noch 15 MB RAM frei), und es zeigt sich, daß es dann tatsächlich etwas schneller geht: Unsere Rom-Reise wird jetzt in 1 Minute und 18 Sekunden berechnet. Überzeugend ist es aber immer noch nicht.
Diese Auskunft sollte man schon auf das rechte Maß zurückführen. Anderthalb Minute für eine Reise von knapp 1.700 Kilometer, wobei mehr als 410.000 Straßen berrücksichtigt wurden, ist natürlich nicht schlecht. Im Vergleich mit der GO 700 ist es jedoch schon ein großer Unterschied.

Telefon
Bevor wir den GO mal im Praxis ausprobieren werden, müssen wir noch einen Teil konfigurieren: Die Bluetooth-Verbindung zwischen dem GO und unserem Handy für Freisprechen, sowie die GPRS-Daten-Verbindung. Mit unserem Nokia 8910i klappt es sehr einfach. In fast 2 Minuten ist unser Handy konfiguriert und fertig um alle Telefon-Funktionen zu benutzen. Natürlich ist dies keine Garantie, daß es mit jeden Handy so einfach geht, TomTom hat aber auf ihrer Seite eine Kompatibilitäts-Liste.Jetzt mal ab im Wagen. So nun können wir ausprobieren, wie der 910 beim Navigieren in der Praxis funktioniert. Als Erstes befestigen wir ihn mal mit dem Saugnapf an der Frontscheibe unseren Renault Scènic. Es geht, wie wir es von TomTom gewohnt sind, sehr einfach. Diese Version des Fußes sieht sehr stabil aus und hält bombenfest. Ein positiver Punkt.
Mit der Art und Weise wie der GO auf dem Fuß geklickt wird sind wir nicht so zufrieden. Das geht, im Vergleich mit der GO 700, nicht so einfach. Man muß erst etwas üben bis man den richtigen Weg gefunden hat, um ihn zu befestigen. Man soll ihn richtig kräftig drauf klicken. Wir werden deshalb auch eure Erfahrungen in der nächsten Zeit im Forum beobachten.
Wenn alles befestigt ist und wir los fahren, fällt gleich der hervorragend funktionierende SiRF Star III-Chipsatz auf. Brauchten wir beim GO 700 in unserem Renault (metallisch bedampfte Frontscheibe) noch eine externe Antenne, jetzt ist der Empfang mit 5 oder 6 Satelliten problemlos!
An die Navigation selber hat sich beim 910er im Wesentlichen nicht viel geändert. Die Anweisungen werden deutlich angezeigt auf dem superklaren 4" Zoll Bildschirm.
Das geht, im vergleich mit der GO 700, nicht so einfach.
Stimmen
Neu bei dem GO 910 sind die Text-To-Speech (TTS) Stimmen. Neben den normalen Anweisungen, wie 'nach 100 Meter links abbiegen' oder 'rechts abbiegen die ...', gibt es jetzt auch Anweisungen für Straßennamen und Autobahnnummer. Die deutschen Stimmen, die sich auf unserem GO befinden sind Katrin und Stefan.Nachdem wir ein bisschen mit die Stimmen experimentiert haben finden wir selber, daß Stefan die beste Stimme hat. Er klingt deutlich und seine Anweisungen sind gut zu verstehen. Katrin ist etwas leiser und sie klingt mehr wie eine 'Computer-Stimme'. Deshalb bleibt Stefan unsere feste Stimme.
Im Allgemeinen werden die Straßennamen deutlich ausgesprochen, und man kann auch die etwas schwieriger auszusprechenden Straßennamen noch gut verstehen. Die TTS-Stimmen finden wir im Allgemeinen eine gute Erweiterung. Nur in der Stadt kommen die Anweisungen manchmal etwas zu schnell hintereinander.
Neben diese Informationen hat die TTS-Stimme auch noch andere Möglichkeiten. So kann Katrin uns z.B. die Wetternachrichten oder SMS-Nachrichten vorlesen, und sie kann uns auch sagen wieviel Stau sich auf der Strecke befindet.Musik
Mit dem GO 910 kann man auch Musik abspielen. Mann muß dafür einen iPod mit dem GO verbinden oder MP3-Dateien auf die Festplatte kopieren. Da wir es so schnell möglich ausprobieren wollen wie es funktioniert, kopieren wir mal einige MP3-Dateien vom Rechner auf dem GO.Über die Menü-Option 'TomTom Jukebox' kann man dann die Dateien abspielen. Selbstverständlich ist die Tonqualität nicht dieselbe, wie wir es von unserem Autoradio gewohnt sind. Die Tonqualität ist aber wirklich beeindruckend. Mit der Lautstärke von 100% können auch schon die Nachbarn mithören. Für uns genügt schon 50-60% Lautstärke um die Musik zu genießen.
Übrigens bleiben die anderen Funktionen des GO's verfügbar wenn man Musik abspielt. Die Musik wird einfach kurz unterbrochen, wenn man Anweisungen bekommt, und dann spielt es weiter. Mit dieser neuen Anwendungen, die es bei der neuen GO-Reihe gibt, sind wir allerdings sehr zufrieden.

Freisprechen
Jetzt werden wir mal die Freisprech-Funktion ausprobieren. Wir empfehlen das mitgelieferte externe Mikrofon zu benutzen. Mit dem internen Mikrofon des 910er geht's selbstverständlich auch. Da das interne Mikrofon aber nur sehr klein ist, und auch ziemlich weit entfernt ist, sind wir über die Gesprächsqualität mit den internen Mikrofon nicht zufrieden. Dann das externe Mikrofon. Wir haben es oben an der Sonnenblende befestigt. Das Kabel passt bei uns einfach in der Decke des Wagens. Laut einem unserer Kollegen ist die Gesprächsqualität mit den externen Mikrofon gut. "Klingt fast so, als wenn Du zu Hause bist". So hören wir es am Liebsten!Übrigens müssen wir feststellen, nachdem wir jetzt einige Tage mit dem GO 910 herumgefahren sind, daß die Befestigung des GO's auf dem Fuß im Wagen uns auf die Nerven ging. Einfach schnell aufdrücken oder abnehmen geht nicht, und ist mit einer Hand fast unmöglich. Die Ursache liegt sicher nicht bei unserem Fuß. Dabei kommt noch, daß wir ihn auch nicht jedesmal gleich auf die Docking-Station klicken konnten. Es sieht so aus, als ob es sich um einen Konstruktionsfehler handelt. Wir werden es in der nächsten Zeit beobachten und gerne hören wir auch eure Erfahrungen damit.
Nicht ausprobiert
Schließlich noch zwei Sachen, die wir in den letzten Tagen nicht ausprobiert haben. Die eine ist, die Möglichkeit einen iPod anzuschließen, weil wir keine iPod zur Verfügung haben und die andere ist die TMC-Funktion, da die RDS/TMC-Antenne im Moment noch nicht verfügbar ist. Diese beide Sachen werden wir aber in Zukunft sicher noch mal ausprobieren.Günstige Angebote für das TomTom Go 910 im Preisvergleich.
Fazit
Im Allgemeinen sind wir sehr zufrieden mit dem neuen 910. Den zauberhaften, breiten Bildschirm, die Text-To-Speech-Funktion und selbstverständlich den SiRF Star III-Chipsatz sorgen für eine großen Schritt vorwärts im Vergleich zum GO 700. Dabei kommt noch die Möglichkeit auch MP3-Dateien abzuspielen und die verbesserte Freisprech-Funktion vom neuen Gerät.
Andererseits bliebt ein mittlerweile ziemlich großer Minuspunkt: Der Befestigungsmechanismus der GO\'s auf dem Car-Mount. Wir haben dafür nicht das richtige Gefühl gehabt und es würde uns nicht wundern, wenn dieser Mechanismus in Zukunft einige Probleme verursachen werden.
Trotzdem finden wir, daß der GO 910 ein Super-Gerät ist, da es für die meisten von uns das Navigieren wieder angenehmer macht, und deshalb können wir nur ein positive Bewertung abgeben!
Positiv: Bildschirm, SiRF Star III, Text-to-speech
Negativ: Befestigung auf dem Fuß im Wagen







