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TomTom - Freedom to move
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TomTom - Freedom to move

30 April, 2010 - 14:30 h¦20 Kommentare
TomTom will mit einem App Store gegen die Konkurrenz von Google und Nokia antreten.
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Von Oskar
TomTom - Freedom to move"Freedom to Move" - das war das Motto des diesjährigen TomTom Events, der am 27.04.2010 in Amsterdam stattfand und in die Geschichte des Unternehmens eingehen wird, davon bin ich überzeugt.

Angesichts der Ankündigungen richtete sich der Focus, als die Veranstaltung schließlich mit etwa 10-minütiger Verspätung eröffnet wurde, selbstverständlich auf die Präsentation des künftigen Flaggschiffs des Unternehmens, des neuen GO LIVE 1000. Gönnen wir ihm das, ganz ohne Einschränkung, schließlich kann das Modell mit etlichen Verbesserungen bei der Hardware, wie z.B. einem 500 Mhz ARM11 Prozessor samt separatem Grafik-Coprozessor und Broadcom GPS-Chipsatz sowie einem kapazitiven Touchscreen, aufwarten.

Aber, seien wir doch mal ehrlich: Auch dieses Modell wird, natürlich, nicht das Ende der Entwicklungsstufe von TomTom Navigationsgeräten einläuten - zumindest auf absehbare Zukunft. Was bleibt ist vielmehr eine ganz andere Ankündigung auf jenem Event, die zunächst einmal viel weniger Beachtung fand. Meiner Meinung nach übrigens völlig zu Unrecht, denn sie wird mindestens ebenso nachhaltig sein wie damals die Einführung von IQ Routes und HD Traffic: Die Einführung des sogenannten WebKits und eines App Store.

Was ist eigentlich so ein WebKit? Wikipedia sagt dazu: "WebKit ist eine freie HTML-Rendering-Bibliothek, auf deren Grundlage ein Webbrowser gebaut werden kann. WebKit ist eine von der Firma Apple weiterentwickelte Abspaltung der HTML-Engine KHTML und der JavaScript-Implementierung KJS, welche die Grundlage für den Mac-OS-X-Webbrowser Safari bildet. Sie wird mittlerweile von Apple, Nokia, Google und anderen weiter entwickelt." So weit die, zugegebenermaßen, für die Meisten von uns recht trockene Beschreibung. Spannend wird's wenn man erfährt, dass das WebKit die Grundlage für das ist, was Apple's App Store im Wesentlichen ausmacht - hier docken sich die vielen kleinen und großen Entwickler mit ihren Tausenden sinnvoller und manchmal auch sinnfreier Anwendungen für das Handy des Jahrhunderts(?) an - dem iPhone. Wenn man so will ist es etwas Ähnliches wie das SDK (Software Development Kit), welches die Basis für so viele tolle Tools, wie z.B. Daylight von Joghurt oder der Tripmaster von Roussillat, auf unseren TomTom's bot. Und doch ist ein WebKit etwas ganz anderes als es das SDK jemals sein konnte, und zwar einerseits rein programmtechnisch, andererseits aber auch von den Möglichkeiten her. So z.B. soll das WebKit selbstverständlich als Schnittstelle für Einbindungen in beide Richtungen dienen, d.h. dass Anwendungen die für andere Plattformen entwickelt wurden ebenso leicht auf einem TomTom Navi integriert werden können, wie sich die TomTom Technologien mit dem Gerät eines anderen Herstellers verknüpfen lassen.

Viele unserer Mitglieder haben damals gesagt, und sagen das vermutlich auch heute noch, dass sie der Verlust des SDK nicht sonderlich schmerzen würde, sie bräuchten diese ganzen Tools sowieso nicht. Ich kann das durchaus nachvollziehen, schließlich haben wir alle ein Navi erworben um uns von A nach B lotsen zu lassen, und keine Spielekiste. Andererseits wird Thomas Watson, seines Zeichens Präsident von IBM im Jahre 1943, folgendes Zitat (ohne Beleg!) zugeschrieben: "Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird." Es spielt natürlich keine Rolle, ob Mr. Watson das damals wirklich so gesagt hat, denn jeder weiß was ich damit ausdrücken möchte. Na klar ist ein Navi in erster Linie zum Navigieren da. Aber wer sagt denn, dass das Navi für Immer und Ewig ein Navi bleibt und auch so heißen wird? Ich z.B. war lange Zeit nicht gerade ein Verfechter von Multifunktionsgeräten, denn wenn da mal was defekt ging, lief meistens gar nichts mehr. Und dennoch habe ich schon seit Jahren ein sogenanntes All-in-One Gerät, bestehend aus Drucker, Scanner und Fax, auf dem Schreibtisch stehen, weil mir nämlich eines Tages schlichtweg der Platz ausging. Nichts ist statisch, alles ist im Fluss, oder, wie Herr Honecker zu sagen pflegte: "Vorwärts immer, rückwärts nimmer".

OK, kommen wir zurück zum Thema. Harold Goddijn, Vorstandsvorsitzender von TomTom, meinte, dass mit dem diesjährigen Event auch ein Bruch mit der Vergangenheit stattfindet. Man hätte zwar eine prima Infrastruktur aber schon 2009 festgestellt, dass die nicht gut genug wäre um das Unternehmen entscheidend voran zu bringen. TomTom drohte den Anschluss zu verlieren, allerdings weniger gegenüber den direkten Konkurrenten wie Garmin & Co., sondern vielmehr gegenüber Global Playern wie Nokia, Google, Apple und Blackberry. Warum das? Nun, man hat natürlich, entgegen anderslautender Äußerungen in der Öffentlichkeit, sehr wohl erkannt, dass die Zukunft des Navis an sich auf dem Spiel steht. Mit der Entwicklung des GO LIVE 1000 und seiner neuen NavCore 10 hat man also zunächst einmal einerseits eine Plattform geschaffen, um sich gegenüber den direkten Mitbewerbern am Markt zumindest für eine Weile abzusetzen. Das WebKit gemeinsam mit dem App Store andererseits bieten jedoch womöglich soviel Potential mehr, dass man sich trotz kontinuierlich rückläufiger Erträge aus dem Verkauf von Navigationsgeräten auch weiterhin erfolgreich am Markt behaupten kann.

Das gilt umso mehr auch für den Bereich, den man schon längst mit zur künftigen Hauptzielgruppe von TomTom erkoren hat, nämlich die Automobilbranche. Neben den bisherigen Partnern Renault und Fiat gibt es inzwischen Abschlüsse von beachtenswertem Umfang mit BMW, Daimler, Ford und Volkswagen. Auch hier wird das Webkit sicherlich eine ganz entscheidende Rolle spielen, schließlich bietet es genau die Plattform, mit dessen Hilfe der Fahrzeughersteller alle möglichen fahrzeugspezifischen Parameter recht einfach in die Benutzeroberfläche einbinden kann, oder umgekehrt. Indem man der Branche, die sich mit der Einführung neuer Technologien häufig etwas schwer tut, künftig auch per SIM-Karte die Möglichkeit zu Updates "over the air" bietet, schafft man zudem zusätzliche Anreize für weitere Kooperationen.

Sicher wird es Unkenrufe geben wie "Ist doch alles schon da" oder "Wurde doch schon längst erfunden". Stimmt ja auch, aber womöglich ist es, nach heutigen Gesichtspunkten zumindest, mittel- und langfristig die einzige Chance, die man noch hat. Sie nicht zu nutzen wäre sträflicher Leichtsinn und wir haben ganz aktuell am Beispiel von Palm erfahren, wie schnell man in's Abseits geraten kann wenn man die Zeichen der Zeit nicht oder zu spät erkennt. Übrigens, ich kann mir diesen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, Apple hat bisher gar nicht so sonderlich viel selbst erfunden, aber sie sind zweifellos seit Jahren schon absoluter Weltmeister (mit einem Riesenabstand zum Zweiten), was die Vermarktung von Unterhaltungselektronik betrifft. Und man könnte mit ebenso Fug und Recht behaupten, dass TomTom wieder einmal, stellvertretend für die gesamte Branche, den Weichensteller macht.

Harold Goddijn wollte sich übrigens leider nicht festlegen, wann genau mit dem App Store, der logischen Konsequenz des WebKits,
zu rechnen ist, aber es wird wohl noch in diesem Jahr geschehen. Wie dem auch sei, ich freue mich schon jetzt darauf. Wieviel von dem, was der App Store eines Tages anzubieten hat, ich selbst dann dauerhaft nutzen werde weiß ich nicht, kann ich auch noch gar nicht wissen. Aber ausprobieren werde ich sicherlich Einiges!

Und diejenigen, die ihr Navi auch künftig rein dafür benutzen wollen, sich ganz ohne Gimmicks schnell und sicher von A nach B leiten zu lassen, die werden weiterhin eher ein TomTom Einsteiger- oder Mittelklassemodell erwerben, oder zumindest ihren Fuss nicht über die Schwelle des App Store setzen.

Macht doch nichts!

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Kommentare zu diesem Artikel:
Verfasst am: April 30, 2010 - 15:24 Uhr
Von: KawaDrifter
Bleibt abzuwarten, obs wirklich der richtige Weg ist.
Für mich ist der geplante "AppStore" nur die Kopie des Apple-AppStores einer weiteren Firma, wie es ja z.Z. auch von Goole, Nokia usw. versucht wird.
Wenn man sich seine Zusätze dann nicht mehr so installieren kann, sondern nur noch über den AppStore, sehe ich da schon einige Stimmen aufschreien.

Verfasst am: April 30, 2010 - 15:34 Uhr
Von: cold-ice
ZITAT -thymin (30-04-2010, 15:24) «

Bleibt abzuwarten, obs wirklich der richtige Weg ist.
Für mich ist der geplante "AppStore" nur die Kopie des Apple-AppStores einer weiteren Firma, wie es ja z.Z. auch von Goole, Nokia usw. versucht wird.

Warum immer alle dem Krams nachrennen müssen, den Apple in die Welt setzt, geht mir einfach nicht in den Kopf...
ZITATWenn man sich seine Zusätze dann nicht mehr so installieren kann, sondern nur noch über den AppStore, sehe ich da schon einige Stimmen aufschreien.

Angeblich soll der GO 1000 ja nicht als Wechseldatenträger erkannt werden.



ZITATdas Handy des Jahrhunderts - das iPhone

laughingoff.gif laughingoff.gif laughingoff.gif laughingoff.gif laughingoff.gif laughingoff.gif
Verfasst am: April 30, 2010 - 15:57 Uhr
Von: cold-ice
ZITAT -cold-ice (30-04-2010, 15:34) «

Angeblich soll der GO 1000 ja nicht als Wechseldatenträger erkannt werden.


Ich kann mich jetzt nur daran erinnern, das es hiess das kein TT-Home mehr benötigt werden würde.
Man würde alles über das Gerät selber machen und keinen PC mehr brauchen.
Das bedeutet allerdings nicht, das es nicht mehr als Wechseldatenträger erkannt wird.
Das wird man wohl erst mit sicherheit sagen können, wenn das Gerät auf dem Markt ist, oder wenn einer vorher ein Testgerät hat.
Verfasst am: April 30, 2010 - 16:03 Uhr
Von: cold-ice
ZITAT -thymin (30-04-2010, 15:57) «

Das wird man wohl erst mit sicherheit sagen können, wenn das Gerät auf dem Markt ist, oder wenn einer vorher ein Testgerät hat.

Also warten wir mal ab, was bis dahin noch alles für Gerüchte aufkommen. Ein wenig Zeit haben wir ja noch. laugh.gif
Ansich ist die App-Store-Geschichte ja nicht ganz so schlecht.
Verfasst am: April 30, 2010 - 16:17 Uhr
Von: ruhr
Ich las neulich irgendwo: "möglichst viele Leistungen rund um die jeweilige Reise des Users" sollen/müssen angeboten werden - und zwar wohl von einem Gerät.

Im Spiegel-Artikel diese Woche steht schön beschrieben, was Steve Jobs gut kann: Voraussehen, was die Leute in vielen Jahren brauchen bzw. benutzen werden. Kommend vom Handy, haben sie das umgesetzt. TomTom kopiert das nicht, vollzieht aber vom Navi kommend den gleichen Gedanken nach:

Wie Oskaer schon geschrieben hat - Konkurrent sind die Handys, mit Webverbindung, mit Zusatzprogrammen, mit kostenloser Navigation (sowie bei Nokia).

Das bedeutet dann je nachdem total unterschiedliche Bedürfnisse, die man auf seinem Gerät konfigurieren kann, z.B.:
- Hotel buchen
- Golfplatz, Fitnesscenter, was auch immer finden
- Reiseführer
- eben sowas wie Tripmaster,
- Tankstellen, Parkplätze, Einkaufsmöglichkeiten,...
- Internet-Besuche für News oder was auch immmer..., Mails

das alles werden die Internet-Handys der Zukunft ja können - Apple macht es vor,
und das große Problem von TomTom wird im Vergleich dazu sein,
eben keinen Mobilfunk zu können. Ein Handy muss (fast) jeder dabeihaben; heute auch zunehmend mit Mailaccount;
ein mobiles Navi muss nicht unbedingt jeder dabeihaben.

Ich denke, diese Wettbewerbssituation sieht auch Tomtom voraus. In einiger Zeit werden (fast) alle ein Handy mit (kostenloser) Navigation ständig mit sich schleppen.

Daher kann man als reines Navi nicht sicher überleben, genauso, wie die damals mehrere Jahre tollen Palms und PocketPCs auch redundant geworden sind durch die Smartphones.

Es spricht für Tomtom, das sie das jetzt erkennen, und nicht erst kurz vor Feierabend... !
(wie sagt man so schön: Solange man noch agieren kann, und nicht reagieren muss).

Damit wird TomTom sich auch schöne neue Einnahmequellen erschließen, da es an den verkauften Apps mitverdienen wird,
vielleicht sogar am generierten Traffic ins Netz (?)

viele Grüße
ruhr

PS: Was das Synchronisieren/Updaten über Internet angeht, wäre es damzufolge nur konsequent, wenn das Gerät das selbst über eine eigene Datenverbindung ins Netz machen könnte. Damit wird man auch unabhängig vom heimischen PC.
Es wäre bei den obigen Gedanken (Webverbindungen für viele Dienste) ja auch total unlogisch, wenn gerade zum Update dann noch ein dazwischen-gehängter PC benötigt würde!
Verfasst am: April 30, 2010 - 16:34 Uhr
Von: Railrunner
 Railrunner
ZITAT -ruhr (30-04-2010, 16:17) «

...PS: Was das Synchronisieren/Updaten über Internet angeht, wäre es damzufolge nur konsequent, wenn das Gerät das selbst über eine eigene Datenverbindung ins Netz machen könnte. Damit wird man auch unabhängig vom heimischen PC.
Es wäre bei den obigen Gedanken (Webverbindungen für viele Dienste) ja auch total unlogisch, wenn gerade zum Update dann noch ein dazwischen-gehängter PC benötigt würde!...

Das sehe ich auch so.

Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute ihr Navi nie aktualisieren, sei es aus Unkenntnis oder aus Mangel eines PCs.
Das wäre damit dann hinfällig.
Verfasst am: April 30, 2010 - 16:35 Uhr
Von: ruhr
sorry, konnte es nicht mehr dranhängen oben:

Freedom to move heißt dann wohl: ich laufe ständig mit aktuellem TomTom rum, auch wenn ich nie zuhause am PC war. Und außerdem wird es wohl heißen: Ich habe alles für meine Reise nötige jederzeit über mein TomTom verfübar (Übernachtung, Essen, Tanken, ...) und brauche kein Laptop dafür hochzufahren.

wenn das tomtom dann eigene, auto-bezogene pfiffige Leistungen über kreative App-Entwickler im Angebot hat, dann hat es eben auch in 3-4 Jahren noch eine Existenzberechtigung als zusätzliches Gerät zum Handy-Smartphone mit kostenlosem Navi-Programm und Webanschluss.

und der Win-Win ist für Kunden, App-Entwickler und tomtom gegeben.

Da muss und will TomTom offenbar hin!
Verfasst am: April 30, 2010 - 16:35 Uhr
Von: Franz_Jaeger
 Franz_Jaeger
Hallo Oskar... Das ist ja mal ein richtig cooler Beitrag! good.gif

Ich gehe da mit deiner Analyse völlig conform. Auch darin, das das herkömmliche Geschäftsmodell der Navigationsgerätehersteller langsam aber sicher ausläuft. Nicht gänzlich, aber im momentanen Umfang. TT macht schon 30% seiner Umsätze jenseits der PNDs. Das ist beachtlich, wie ich finde. Und wenn man die Entwicklung betrachtet, geht TT hier den absolut richtigen Weg. Ich mag mein iPhone und die Ideen bzw. die Umsetzung von Apple ist wirtschaftlich genial. Es war schon immer besser, die Trends zu setzen anstatt ihen hinterher zu laufen. Den Bedarf schaffen, statt ihn nur zu bedienen.

Ich glaube, das da viele neue interessante Dinge auf uns zukommen. Auch Dinge, von denen wir noch garnicht wissen, das sie uns gefallen werden...

Franz
Verfasst am: April 30, 2010 - 16:38 Uhr
Von: Franz_Jaeger
ZITAT -cold-ice (30-04-2010, 16:03) «

Also warten wir mal ab, was bis dahin noch alles für Gerüchte aufkommen. Ein wenig Zeit haben wir ja noch. laugh.gif
Ansich ist die App-Store-Geschichte ja nicht ganz so schlecht.


So ein AppStore ist wirklich nicht so schlecht. Es ist nur auffällig, wo es jetzt überall auf einmal einen AppStore gibt.
Und was die Gerüchte angeht: Ich hab die Tage gehört, das es eine neue POI geben soll: Kaffee-Automaten in der Nähe pleasantry.gif
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