Gleichzeitig mit der Vorstellung des neuen GO 520 und des GO 720 in Cannes hat TomTom eine völlig neuartige Kartenoptimierungssoftware angekündigt: TomTom's MapShare. Damit hat der Benutzer die Möglichkeit, Navigationskarten anzupassen, wo sie nicht der Realität entsprechen. Und außerdem kann man die Änderungen mit allen anderen Anwendern teilen. Mit Hilfe von HOME werden die Anpassungen aller Teilnehmer zusammen dann auf das eigene Navigationsgerät übertragen. Und das alles noch dazu kostenlos…Update
Zunächst wird MapShare nur auf den neuen GO 520 und GO 720 (ausgestattet mit NavCore 7) laufen, aber gegen Ende des dritten Quartals in diesem Jahr sollte MapShare nach einem Firmware-Update auch den Benutzern der "älteren" GO-, ONE- (XL) und RIDER-Modelle zur Verfügung stehen.In Erwartung dieser Version haben wir ein wenig genauer nachgeforscht, und versuchen euch zu zeigen, wie die Sache zukünftig funktioniert, vorausgesetzt die Theorie stimmt mit der Praxis überein.
Beitritt
Wenn man das neue "Karten-Korrekturmenü" der NavCore 7 zum ersten Mal aufruft, wird man zunächst gefragt, ob man der MapShare-Gemeinschaft beitreten will. Wenn man diese Frage bejaht, werden die persönlichen Anpassungen der digitalen Landkarte von nun an jedes Mal, nachdem man das Navigationsgerät (PND) mit dem TomTom HOME Desktop verbunden hat,
an TomTom hoch geladen. Außerdem werden, so man dies wünscht, gleichzeitig die Änderungen anderer Anwender an das eigene Gerät herunter geladen. Auf diese Weise sind die Landkarten also immer auf dem neusten Stand.Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass MapShare so funktioniert wie es soll, ist natürlich, dass die Anwender die Kartenkorrekturen auch tatsächlich registrieren und hoch laden. Wie dies genau funktioniert, ist immer noch ein Rätsel, aber es sollte genügen wenn man weiß, dass TomTom mit mehr als 15.000 Mitteilungen über Kartenfehler pro Woche mehr als genug davon erhält.
Kartenveröffentlichung
MapShare wird zusammen mit den TeleAtlas Kartenveröffentlichungen aktualisiert und verteilt. Natürlich unterstützt TomTom die Version 2007.4, mit der die GO 520 und GO 720 ausgestattet werden. Während der TomTom Veranstaltung in Cannes letzte Woche sagte Pieter Geelen, TomTom's Direktor Technische Entwicklung, dass MapShare auch mit der Version 2007.1, dem erst vor Kurzem durch TomTom veröffentlichtem Kartenupdate, laufen wird. Die Firma berät derzeit noch darüber, ob auch ältere Kartenversionen unterstützt werden sollen, und wenn ja, wann das in etwa der Fall sein soll. Wenn man bedenkt, dass sich etwa 10% des Kartenmaterials jährlich ändert, so ist es nur logisch anzunehmen, dass irgendwo ein Schnitt gemacht werden muss. Die Anzahl von Kartenfehlern in (sehr) alten digitalen Landkarten hätte inzwischen dermaßen überhand genommen, dass es eine unmögliche Aufgabe wäre, sie jetzt noch zu korrigieren.Außerdem wird die gute Funktionalität von MapShare zu einem großen Teil vom Fehlerreporting der Benutzer einer ganz spezifischen Kartenversion abhängen. Das Resultat ist, dass bei älteren Karten, mit weniger Anwendern, auch deutlich weniger Kartenkorrekturen gemeldet werden. Natürlich wird es, unabhängig vom Kartenalter, dennoch möglich sein, eigene Kartenkorrekturen ohne Verwendung der gemeinsamen Datenbank von MapShare vornehmen zu können.
Korrekturen
Mit der ersten Version von MapShare wird es fünf verschiedene Korrekturmöglichkeiten geben. Diese werden sofort implementiert, jedoch zunächst nur auf dem eigenen Gerät. Erst nach dem Hochladen der Korrekturen an TomTom mittels der HOME-Software können diese, zu einem späteren Zeitpunkt, Bestandteil eines größeren, korrigierten Datenbestandes werden, der dann mit anderen Anwendern geteilt werden kann. Die derzeit möglichen Korrekturen sind:- Straße (ent)sperren;
- Verkehrsrichtung umkehren (Einbahnstrassen);
- Straßennamen bearbeiten;
- Fehlenden Ort von Interesse (OVI) hinzufügen;
- (Existierenden) OVI bearbeiten;
Hinter der Menüoption "Anderen Fehler Melden" verbergen sich diverse Korrekturmöglichkeiten, die wesentlich komplexer sind. Man denke allein an die zahlreichen Fehler mit Bezug auf bestehende Strassen, das Hinzufügen fehlender Strassen oder Kreisverkehre. In dieser Softwareversion wird jene Art von Kartenfehlern nicht Bestandteil des MapShare Downloads sein, wenngleich die Korrekturen der MapShare Anwender enthalten sein werden. TomTom wird diese Korrekturen sammeln und an den Kartenlieferanten TeleAtlas weiterleiten, woraufhin sie in künftige Kartenveröffentlichungen übernommen werden können. Ein Sprecher des Unternehmens hat aber bereits bekannt gegeben,
dass man bereits daran arbeite, die übrigen Korrekturmöglichkeiten in eine zukünftige MapShare Version zu implementieren. "Wir zielen darauf ab, eine weitere MapShare Version herauszugeben, mit der es z.Bsp. möglich sein wird, neue Strassen und Kreisverkehre hinzuzufügen."Kartenkorrekturen auf dem Navigationsgerät einzugeben ist wirklich sehr einfach. Manchmal muss dazu ein Tastenfeld oder Optionsmenü benutzt werden, aber meistens werden die Korrekturen direkt über das Kartendisplay vorgenommen. Wenn man z.Bsp. eine Strasse blockieren will muss man angeben, für welche Fahrtrichtung die Sperre gelten soll. Ein anderes nützliches Instrument ist jenes, mit dem man während der Fahrt einen Kartenfehler sehr schnell markieren kann. Einmal Zuhause, können die Korrekturdetails anschließend nachgetragen werden.
Missbrauch
Natürlich ist die Glaubwürdigkeit von Korrekturen ein wichtiger Aspekt bei MapShare, weil man mit ziemlicher Sicherheit annehmen kann, dass es da draußen ein paar Spaßvögel geben wird, die versuchen werden, absichtlich gefälschte Fehlermeldungen hoch zuladen. TomTom hat das berücksichtigt und ein paar Gegenmaßnahmen eingebaut, um dies zu verhindern. Wie man auf dem Print Screen unten sieht, kann man mit NavCore 7 selbst entscheiden, welche Korrekturen man übernehmen möchte.
Den eigenen Meldungen kann man natürlich immer vertrauen, ebenso wie denen von TomTom. Dafür wird das Unternehmen nicht selber "auf die Strasse" gehen; Veränderungen werden durch einen Abgleich mit den von den einzelnen Ländern oder Drittanbietern zur Verfügung gestellten Daten verifiziert.Ziemlich sicher wird auch das Hochladen der Korrekturen von "zuverlässigen Quellen" sein. Da sich jeder MapShare Benutzer über HOME einloggen muss, ist TomTom in der Lage zu überprüfen, wer welche Korrekturen hochgeladen hat, und ob sie der Realität entsprechen. Auf diese Weise kann sich der Anwender den Status "Zuverlässig" erarbeiten, und wir können sicher gehen, dass die hochgeladenen Korrekturen für gewöhnlich korrekt sein werden.
Das Gleiche gilt dementsprechend für Änderungsmeldungen "von Vielen". Die Wahrscheinlichkeit, dass eine von fünfzig verschiedenen Individuen gemeldete Veränderung falsch sein könnte, ist minimal. Die letzte Kategorie "Gemeldete Korrekturen von wenigen" ist die am wenigsten Verlässliche. Wenn man nach Sicherheit sucht dann wird es klug sein, von dieser Option keinen Gebrauch zu machen.
Eine andere nützliche Besonderheit stellt die Möglichkeit dar, bestimmte OVI-Kategorien zu abonnieren. Hierfür kann man HOME nutzen, um die Daten, für die man sich interessiert, auszuwählen. Durch Auswahl der Option "Abonnierte OVI's korrigieren" kann man sicherstellen, dass nur die angeforderten Kategorien auf dem eigenen Gerät berücksichtigt werden.
TomTom HOME
Innerhalb von MapShare nimmt die Desktop-Anwendung TomTom HOME eine zentrale Rolle ein. Alle Nachrichten, Kartenkorrekturen und die persönliche Auswahl von OVI-Kategorien werden über dieses Programm erfasst. TomTom wird in Kürze die TomTom HOME Version 1.6 mit Unterstützung der MapShare Technologie veröffentlichen.TomTom hat gesagt, man wolle schnell sein und ein tägliches Update von MapShare anstreben. Daher wird empfohlen, das Navigationsgerät regelmäßig mit HOME zu verbinden.
Dennoch bedeutet das nicht, dass eine per HOME hochgeladene Korrektur schon am nächsten Tag dn anderen Anwendern zur Verfügung stehen wird. Bei TomTom ist ein spezielles Team zuständig für MapShare, aber auch die benötigen einige Zeit, die hochgeladenen Daten zu überprüfen und weiter zu verarbeiten. Einige Dinge können dennoch mit Priorität bearbeitet werden, wie z.Bsp. Korrekturen an Fernstrassen und für dicht besiedelte Gebiete. Außerdem werden Fehler, für die eine Vielzahl von Korrekturmeldungen vorliegen, ebenfalls bevorzugt bearbeitet.
Und weil das so ist glauben wir, dass sich die Zeit zwischen der Fehlermeldung und der Korrektur über das MapShare Download in einem Zeitraum von einigen Tagen bis zu einigen Wochen bewegen wird. Das ist noch immer besser als die vielen Monate, in denen wir bisher auf ein "Kartenupdate" warten mussten.
Theorie
Natürlich basiert alles oben Beschriebene noch auf Theorien. Erst nachdem die GO 520 und 720 in ausreichenden Stückzahlen verschifft wurden, können wir erste Eindrücke darüber gewinnen, ob in der Praxis auch alles gut funktioniert. Aber erst, nachdem auch die Besitzer älterer Geräte in der Lage sind, MapShare zu nutzen, werden wir die echten Fähigkeiten dieser neuen Technologie erkennen können.Vom Enthusiasmus der Anwender wird sehr viel abhängen. Wir haben keine Zweifel, dass unter den Millionen von TomTom Nutzern da draußen eine Menge die neue Technologie umarmen und bis auf's Letzte ausreizen werden. Genauso wie wir sicher sind, dass unter den fanatischen Anwendern eine Menge vom Mein TomTom Forum sein werden.
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14 Juni, 2007 - 23:43 h













